Und sie bewegt sich doch

Die Großwetterlage kommt nächste Woche endlich Bewegung, nach einer langen Zeit mit vielen stabilen Hochdruckgebieten. Für Mitte der kommenden Woche sieht es sogar nach Regen aus. Das ist angesichts der aktuellen Trockenheit nicht die ultimative Rettung, aber es ist immerhin echter, nasser Regen.

Herzlich Willkommen zur Wochenvorschau der Wetterzeit! Heute ist die Unsicherheit größer als in den letzten Wochen. Denn bei derartigen Umstellungen springen die Prognosen gerne von Tag zu Tag und der genaue zeitliche Ablauf ändert sich immer wieder. Aber bei aller Unsicherheit sieht eines verlässlich aus: Es tut sich was!

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Trocken wie selten zuvor

Zu Beginn noch schnell eine Bilanz der letzten Wochenvorschau:

Die Prognose war: viel Sonne, trocken und normale bis leicht überdurchschnittliche Temperaturen. Das hat alles ganz gut gepasst. Wie erwartet hat sich dadurch auch die Trockenheit weiter verschärft.

Dazu passend: Wir haben diese Woche mit der ZAMG eine Zwischenbilanz zum Frühling gemacht. Ein Ergebnis ist: In vielen Regionen ist der Mangel an Regen so extrem wie selten zuvor im März und April.

Nehmen wir zum Beispiel zwei Wetterstationen der ZAMG mit rund 150 Jahren Messgeschichte: Innsbruck Universität und Wien Hohe Warte: In Innsbruck war es in der ersten Hälfte des meteorologischen Frühlings in den letzten 150 Jahren nur drei Mal trockener als heuer, in Wien nur acht Mal. Also 150 Jahre Messgeschichte und nur wenige Jahre, die mit der aktuellen Trockenheit vergleichbar sind. Das ist beachtlich.

Tau statt Regen. Credit: wetterzeit.at/Wostal

Zum dritten Mal Schnee in Griechenland

Wie in der letzten Wochenvorschau ebenfalls angekündigt, hat diese Woche ein kräftiges Tiefdruckgebiet den Mittelmeer-Raum durchquert. Dieses Tief brachte nicht nur Regen, sondern in höheren Lagen auch Schnee. So wurde es in Griechenland diese Woche ab etwa 800 Meter Seehöhe winterlich, mit bis zu 20 Zentimeter Neuschnee.

Das war in diesem April bereits der dritte Wintereinbruch in Griechenland.

Schnee im April ist in Griechenland nicht ganz ungewöhnlich. Aber gleich drei Mal in den letzten Wochen ist ganz ordentlich.

Griechischer Schnee: Ein Foto von diesem Donnerstag (23.4.20), aufgenommen in Nymfaio im Norden von Griechenland. Credit: Michalis Tsirlis.

Kommende Woche stellt sich das Wetter um

Jetzt zur Zukunft: In der kommenden Woche geht mit großer Wahrscheinlichkeit das trockene Hochdruckwetter zu Ende. Nach aktuellem Stand der Prognose zeichnen sich drei Phasen ab:

  • Erste Wochenhälfte: warm, föhnig und größtenteils trocken
  • Ab Mitte der Woche: Wolken, Regen und kühler
  • Wochenende: möglicherweise wieder etwas wärmer und sonniger

Sehen wir uns die drei Wetter-Phasen im Detail an und wie sicher diese Entwicklung ist:

Erste Wochenhälfte warm und föhnig

Ziemlich sicher ist, dass Montag und Dienstag recht sonnig, föhnig und warm verlaufen:

Südwest-Wind bringt uns warme Luft aus dem Mittelmeer-Raum nach Österreich. Die Nachmittagstemperaturen liegen verbreitet zwischen 20 und 25 Grad. Mit Föhn hat es stellenweise sogar um die 27 Grad.

Damit startet die kommende Woche um etwa 5 bis 10 Grad zu warm für Ende April.

Und wie so oft bei Südwest-Wetter gilt: Dichte Wolken und Regenschauer sind am ehesten an der Südseite der Alpen möglich, in der gesamten Grenzregion zu Italien.

Warme, föhnige Südwest-Strömung am Beginn der kommenden Woche. Montag und Dienstag bringen frühsommerliche Temperaturen, aber vom Atlantik her schleicht sich langsam kühlere und feuchtere Luft an. Credit: windy.com

Mitte der Woche: jetzt tut sich wirklich was

Mitte der Woche geht dem Hoch dann endgültig die Luft aus, und die Großwetterlage stellt sich um. Noch ist nicht ganz klar, wie das abläuft und in welcher zeitlichen Abfolge. Ziemlich sicher ist: Mittwoch, Donnerstag und vielleicht auch Freitag ziehen Regenwolken durch, und es kühlt um 5 bis 10 Grad ab. Beim Abschätzen der Regenmengen gibt es eine große Unbekannte: Das ist ein Tiefdruckgebiet, das nach aktuellem Stand der Prognose am Mittwoch über Italien entsteht und am Donnerstag nach Österreich zieht. Wenn das so kommt, sind in ganz Österreich ungefähr 20 bis 30 Liter Regen pro Quadratmeter möglich, im Bergland auch etwas mehr.

Das wäre angesichts der aktuellen Trockenheit schon ganz gut. Allerdings: Liegt dieses Tief auch nur ein wenig anders, zum Beispiel etwas weiter im Süden, dann regnet es in Österreich nur wenig oder gar nicht. Das wird also noch interessant.

Regenprognose für Donnerstag, 30.4.20. Wenn das Genua-Tief sich wirklich bildet und wie derzeit geplant zieht, dann regnet es seit langer Zeit erstmals wieder in ganz Österreich. Credit: windy.com

Mit Hochdruck ins Wochenende?

Interessant und noch sehr unsicher ist auch, was ab dem Freitag, dem 1. Mai passiert. Momentan zeigen einige Modelle zarte Andeutungen eines Hochdruckgebiets über Mitteleuropa. Demnach würde es Samstag und Sonntag nicht mehr regnen, es gibt zumindest zeitweise Sonnenschein, und die Temperaturen wären im für Anfang Mai halbwegs normalen Bereich, also so bei 16, 17 Grad an den Nachmittagen. Das ist nicht wirklich warm, aber wie gesagt normal. Nach den vielen 20er-Temperaturen der letzten Tage kommen uns normale Temperaturen schon ziemlich kühl vor.

So viel zum Blick auf eine spannende kommende Woche, in der sogar Regen ein Thema sein könnte. Zeit wird’s. Ich danke für Deine Zeit mit der Wetterzeit und gehe jetzt gießen. Noch ein schönes Wochenende und eine gute neue Woche!