Winter: Halbzeit = Verlängerung der Pause?

Auch wenn man es nicht überall in Österreich merkt: Wir haben Winter. Und wir haben sogar schon die Hälfte des Winters hinter uns. Ein guter Grund eine erste Bilanz zu ziehen und die Wetterkarten für die nächsten zehn Tage anzusehen. Herzlich Willkommen bei der Wochenvorschau der Wetterzeit!

Info: Diesen Beitrag gibt es auch als Podcast (Download für Android und iOS siehe Spalte rechts) und hier als Audio-Datei:

Mitte Jänner ist ein guter Zeitpunkt für eine erste Zwischenbilanz zum Thema Winter. Ergebnis: Das war bisher ein sehr schüchterner Winter. In der österreichweiten Auswertung der ZAMG ab 1. Dezember ist der Winter bisher 2,7 °C zu warm und rund 30 Prozent zu trocken.

Der Winter war bisher deutlich zu mild und zu trocken. Die Auswertungen der ZAMG zum bisherigen meteorlogischen Winter. Die Karte rechts zeigt die Abweichung der Temperatur von einem durchschnittlichen Winter, die Karte rechts die Abweichung der Niederschlagsmenge. Credit: ZAMG

Nicht viel besser ist es, wenn uns mehr regionale Details ansehen und auch den besonders im Süden sehr schneereichen November berücksichtigen: Die meisten Wetterstationen der ZAMG haben zur Halbzeit des meteorologischen Winters deutlich zu wenig Neuschnee und deutlich zu wenige Tage mit Schneedecke. Einigermaßen normale oder leicht überdurchschnittliche Schneemengen gibt es stellenweise in Oberkärnten, in Osttirol, in den Tauerntälern von Salzburg, im Oberen Ennstal, am Arlberg und im Bereich des Tiroler Alpenhauptkamms.

Jänner 2020 in Klagenfurt. Blick vom Flughafen Klagenfurt Richtung Karawanken (15.1.20). Credit: wetterzeit.at/Wostal

Was kommt jetzt? Kommt was?

Dieses Wochenende (18./19.1.) bringt einen zahmen Wintereinbruch. Selbst auf den Bergen sind nur etwa 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee zu erwarten. Aber immerhin: Wenigstens sind überall in Österreich Schneeflocken möglich, auch im Flachland.

Aber das dürfte es dann gewesen sein. Am Montag (20.1.) klingen Schneefall und Regen ab, und dann geht die große Trockenheit weiter.

Bis zumindest Freitag betreffen uns in Mitteleuropa nur verschiedenste Varianten von Hochdruckgebieten. Das heißt: kein Schneefall, kein Regen, im Großteil Österreichs recht sonnig, in tiefen Lagen teils zäher Nebel. Die Temperatur schwankt dabei von halbwegs normal bis ein paar Grad zu mild.

Am Wochenende (25./26.1.) sieht es derzeit etwas mehr nach Westwetter aus, aber ebenfalls ohne Niederschlag und eher mild.

Somit bleiben wir auf Kurs zu einem sehr milden und sehr trockenen Winter.

In Mitteleuropa unspektakuläre Woche, Beispiel MIttwoch (links) und Samstag (rechts): Die meiste Zeit sind Hochdruckgebiete für uns relevant (orange Markierung). Ab Samstag könnten die Hochs etwas abrücken und die Strömung mehr auf West drehen. Derzeit sieht es dadurch aber nicht nach relevanten Regen- und Schneemengen aus. Credit: windy.com

Am Horizont…

Wie schon so oft in den letzten Wochen zeigen die Modelle für das Ende des Prognosezeitraum eine markante Umstellung der Großwetterlage an. Offensichtlich sehnen sich auch die Computermodelle schon nach einem richtigen Winter…

Momentan zeigt zum Beispiel das Europäische Vorhersagemodell für Montag den 27. Jänner eine Kaltfront über Deutschland mit Zugrichtung Alpen. Schafft es diese Kaltfront wirklich bis Österreich schneit es auf jeden Fall auf der Nordseite der Alpen und in weiterer Folge könnte sehr kalte Polarluft zu uns hereinströmen.

Aber wie gesagt: „könnte“. Fix ist da noch gar nichts.

Kaltfront in der übernächsten Woche? Nach heutigem Stand der Prognose zieht am Montag, 27.1., eine schöne Kaltfront zu den Alpen. Die blauen Bereich zeigen Schneefall und Regen. Credit: windy.com

Fazit: „bitte warten“ bis „Hurra“

Wer ordentliche Mengen Neuschnee liebt, muss also noch warten und sich mit ein paar Flocken an diesem Wochenende zufrieden geben. Die „den Schnee brauche ich nicht“-Fraktion freut sich hingegen auf eine weitere recht trockene Woche.

Apropos Woche: Ich wünsche eine gute neue Woche und vielen Dank für Deine Zeit mit der Wetterzeit!