Westliches mit Chance auf weiße Überraschung

In der Wochenvorschau sehen wir uns das Westwetter der nächsten Tage an. Es bringt anfangs einen flotten Wechsel von milden und kalten Phasen. Für die zweite Wochenhälfte brodelt es derzeit recht ordentlich in der Wetter-Gerüchte-Küche.

Aber zunächst zum kommenden Sonntag (8.12.): Da liegt Österreich in einer milden Luftmasse, mit Höchstwerten in den Landeshauptstädten bei knapp 10 Grad. Aber von England und der Nordsee her ist auch schon eine Kaltfront im Anmarsch. Sie erreicht uns am Montag am Nachmittag mit Regen und Schneeschauern. Wobei es in tiefen Lagen durchwegs bei Regen bleiben sollte. In der Nacht auf Dienstag kann es dann bis in die Täler schneien, wobei der Schwerpunkt des Schneefalls an der Nordseite der Alpen liegt.

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Am Dienstag drückt der kalte Nordwind Schneewolken an die Alpen. Im Süden dagegen, geschützt durch die Alpen, ist es recht sonnig. Der Osten bekommt – wie immer bei diesen Wetterlagen – von allem ein wenig.

In der Nacht auf Mittwoch lockern die Wolken dann langsam überall auf. Damit kühlt es deutlich ab und der Mittwoch kann in ganz Österreich mit Minusgraden beginnen.

Flottes Westwetter: Am Sonntag ist die kalte Luft noch über England, am Dienstag dann schon bei uns. Credit: windy.com

Weiß durch Vb ab Donnerstag?

Ab Donnerstag entwickeln die Vorhersagemodelle unterschiedliche Ideen. Da rechnet nämlich das (prinzipiell sehr gute) ECMWF-Modell mit dem Entstehen eines Tiefdruckgebiets im Bereich Italien-Adria. In dieser Variante zieht am Freitag dann das Tief über Ungarn nach Polen.

Das wäre eine klassische Vb-Wetterlage (sprich „fünf b“). Kommt das so, dann stehen die Chancen gut, dass es im Großteil Österreichs bis in tiefe Lagen schneit, auch im Flachland im Osten.

ABER: Diese Wetterlagen sind so lange im Voraus selten gut vorhersagbar. Schon eine etwas andere Lage um einige Kilometer kann ein deutlich anderes Wetter bringen. Außerdem wollen andere Modelle von diesem Vb-Tief gar nichts wissen und bleiben eher bei wechselhaftem Westwetter.

Spannende Variante: Das linke Bild zeigt die mögliche Zugbahn des Adria-Tiefs. Die Niederschlagsprognose für die Nacht auf Do/Fr zeigt die Auswirkungen so einer Vb-Zugbahn. Credit: windy.com

„Westlich, winterlich“ ins 3. Adventwochenende

Zum 3. Adventwochenende werden die Modelle dann wieder ähnlich. Da sieht es sehr einheitlich nach Westströmung aus. Das bedeutet normalerweise: windig und wechselhaft, mit einer raschen Folge von milden und kalten Tagen. Wobei es auf den Bergen meistens kalt genug für Schnee ist. Am meisten Schnee bekommen bei West- und Nordwestwetter die Gebirgsgruppen nördlich des Alpenhauptkamms, also grob gesagt von Bregenzerwald/Arlberg über Kitzbühel/Hochkönig bis hin zu Dachstein und Hochkar. In diesen Gebieten können nach aktuellem Stand der Prognosen die nächsten zehn Tages in Summe 50 bis 100 Zentimeter Neuschnee bringen.

Aktuelle Neuschnee-Prognose für die nächsten zehn Tage. Noch sehr unsicher, aber: Kommt das so, wird es in ganz Österreich weiß – zumindest für einige Zeit. Credit: windy.com

Nach den teils ordentlichen Neuschneemengen im Süden im November, kommt jetzt also wieder mehr der Norden und Westen in den weißen Genuss.

Der Winter startet somit winterlich – was ja nach der Erfahrung der letzten Jahre gar nicht mehr so selbstverständlich ist.

Nächste Woche können wir dann – unter Umständen, eventuell, vielleicht – auch schon wenig spekulieren, wo sich heuer weiße Weihnachten ausgehen könnten.

Und jetzt wieder zurück in die Gegenwart: Vielen Dank für Deine Zeit mit der Wetterzeit. Ich wünsche ein schönes zweites Adventwochenende!