Schon wieder Frühlingsbeginn!

Jetzt beginnt der Frühling. Zum vierten Mal heuer. Klären wir, warum der vierte Frühling der vorletzte Frühling ist und trotzdem Erstfrühling heißt.

Begonnen hat alles im Jänner mit dem Frühlingsbeginn Nr. 1. Da läuteten heuer die ersten Schneeglöckchen den sogenannten Vorfrühling ein. Der Vorfrühling beginnt, laut Definition der Pänologie, mit der ersten Blüte von zum Beispiel Schneeglöckchen, Sal-Weide und Haselnuss. Das war heuer sehr früh. Kein Wunder, Österreich erlebte den drittwärmsten Jänner der Messgeschichte, Deutschland den sechstwärmsten.

Zusatz-Info Phänologie: Die Phänologie befasst sich mit der Entwicklung der Natur im Laufe eines Jahres. Zum Beispiel mit Blüte und Fruchtreife von Pflanzen sowie mit An- und Abreise von Zugvögeln. Diese Naturphasen hängen stark mit Wetter und Klima zusammen und sind daher von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Durch Änderungen im Klima können sie sich sogar stark verschieben. Mehr dazu in den nächsten Wochen hier in der Wetterzeit.

Am 1. März startete der meteorologische Frühling. Das war somit heuer Frühlingsbeginn Nr. 2. Der Beginn des meteorologischen Frühlings hat weniger Wetter und Klima und mehr mit der Verarbeitung von Daten zu tun. Denn: Da der Termin des astronomischen Frühlingsbeginns jedes Jahr ein wenig anders liegt und die Wissenschaft gerne mit gut vergleichbaren Daten arbeitet, definiert die Meteorologie die Jahreszeiten mit ganzen Monaten. Die meteorologischen Jahreszeiten beginnen somit am 1. März, 1. Juni, 1. September und 1. Dezember.

Frühlingsbeginn Nr. 3 war heuer am 20. März und war der astronomischer Frühlingsbeginn. Das ist der Termin, an dem Tag und Nacht gleich lange sind. Das hängt also vom der Position der Erde zur Sonne ab, und nicht vom Wetter oder Klima.

Frühlingsbeginn Nr. 4 hat wieder mehr Wetter und Klima zu tun. Der Erstfrühling. Er beginnt nach Definition der Phänologie unter anderem mit der Blüte der Forsythie. Das hat heuer ein wenig gedauert. Kein Wunder. Denn nach dem milden Jänner verliefen Februar und März kühler als in einem durchschnittlichen Jahr und die Entwicklung der Natur wurde stark gebremst. Die Forsythie zum Beispiel blüht in einem durchschnittlichen Frühling in Wien in den letzten Märztagen. Heuer sieht man die gelben Blüten der Forsythie erst jetzt, in den ersten April-Tagen, immer mehr in den Gärten und Parks.

Spät aber doch ist es somit offiziell: Frühling!

Wer vom Frühling noch nicht genug hat, hält gleich nach dem Frühlingsbeginn Nr. 5 Ausschau, dem Vollfrühling. Den Vollfrühling definiert die Phänologie zum Beispiel mit der Blüte von Flieder und Apfel. Das ist in vielen Regionen von Österreich und Deutschland ab Mitte April der Fall. Kurz bevor eine neue Serie beginnt: mit den fünf Starts in den Sommer – aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Forsythie kurz vor der Blüte

Sie kämpft um ihren Erstfrühling und sie wird es schaffen: Die Forsythie in meinem Garten ist jetzt (5. April) kurz vor der Blüte. Am warmen Wochenende wird sie sich dann in ihren Erstfrühling entfalten. Die Forsythie der Nachbarn stehen mehr in der Sonne und blühen bereits seit gestern. Foto: Wetterzeit/Wostal