Neue Wetterlage und Weihnachts-News

Seit Anfang Oktober haben wir im Mittel- und Südeuropa fast nur Wetterlagen mit Süd- oder Südwestströmung erlebt, und ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen im Mittelmeer-Raum. Jetzt hat sich die Großwetterlage über Europa deutlich geändert und das ungewöhnlich milde Wetter ist vorbei – allerdings nur für kurze Zeit. Aber alles der Reihe nach.

An diesem Wochenende strömt von Norden her kalte Luft nach Österreich. Am Sonntag mischt sich zwar auch ein Tief über Frankreich ein und der Wind dreht kurzfristig auf Süd und an der Nordseite der Alpen wird es leicht föhnig. Aber trotzdem ist es am Wochenende deutlich kühler als in den letzten Tagen. Die Zeiten von 10 Grad und mehr sind vorbei und die Nachmittagstemperaturen sind jetzt dort, wo sie Anfang Dezember hingehören – in den Landeshauptstädten zum Beispiel im Bereich von etwa 5 °C.

Am Montag bleibt uns die kalte Nordströmung erhalten und es kann fast überall in Österreich auch ein wenig schneien. Nur in ganz tiefen Lagen ist es eher Regen.

Bis Anfang nächster Woche bleibt uns die kalte Nordstörmung erhalten. Credit: windy.com

Mitte der Woche kalt und größtenteils sonnig

Am Dienstag liegen wir noch in der kalten Luftmasse. Aber von Westen her schiebt sich ein Hochdruckgebiet herein, dadurch verschwinden die Wolken und es wird recht sonnig. Die Kombination kalte Luftmasse und wenige Wolken bedeutet, dass es in der Nacht auf Mittwoch stark abkühlt. Der Mittwoch könnte somit in ganz Österreich mit Frost beginnen.

Im Laufe des Mittwochs wird die kalt Luft dann langsam nach Osten abgedrängt. Das geht aber im Herbst und Winter in der Höhe meistens etwas schneller als am Boden, wo die kalte und somit schwere Luft gerne noch ein wenig liegen bleibt. Aber auch am Mittwoch und Donnerstag sollte die Luft recht trocken bleiben – daher erwartet uns Mitte der Woche zwar relativ kaltes aber auch recht sonniges Wetter.

Am Dienstag noch kalt, aber durch das von Westen hereindrückende Hochdruckgebiet recht trocken. Im Laufe des Mittwochs zieht die Kaltluft nach Osten ab und von Westen her wird es langsam milder. Credit: windy.com

Ab Freitag milde Westströmung. Und dann…?

Eine deutlich Umstellung der Großwetterlage kündigt sich in den meisten Vorhersagemodellen ab Freitag an. Da kommen Österreich und überhaupt der Großteil von Europa in eine kräftige Westströmung. Das bedeutet: Der Wind wird stärker und bringt in recht schneller Folge von Atlantik her recht milde und abwechselnd feuchtere und trockenere Luft.

Auch diese Entwicklung ab Freitag sieht derzeit recht zuverlässig aus, weil sich das in den letzten Tagen schon in etwa so abgezeichnet hat.

Spannend wird es dann übernächste Woche (Woche ab 9. Dez.). Da gibt es momentan Anzeichen für einen gröberen Kaltluftvorstoß. Das ist momentan natürlich noch sehr unsicher, aber ist auch sehr interessant, was die Entwicklung Schneedecke Richtung Weihnachten betrifft.

Ab Freitag wahrscheinlich eine kräftige, milde Westströmung. Für übernächsten Woche sieht es dann spannend aus: Die Karten für Montag zeigen einen möglichen markanten Kaluftvorstoß. Credit: windy.com

Stichwort Schneedecke: Für die ganz tiefen Lagen Österreichs sieht es in den nächsten zehn Tagen momentan nicht nach einer Schneedecke aus. Die Karte der Neuschneesumme zeigt, dass zum Beispiel der Großraum von Wien und Graz leer ausgehen dürften. Auf den Bergen kommen in etwa 10 bis 30 Zentimeter Schnee dazu. Und in Osteuropa bildet sich nahezu flächendeckend eine Schneedecke.

Neuschneemenge der nächsten zehn Tage: Fürs die Regionen Wien und Graz dürfte es sich nicht ausgehen. Credit: windy.com

Weiße Weihnachten

Noch besteht die Chance auf weiße Weihnachten. Prognosen dazu sind aber natürlich jetzt noch nicht möglich. Ganz nett ist aber, wenn man sich das Thema „Weiße Weihnachten“ mit den Daten der ZAMG der letzten Jahrzehnte ansieht.

Die folgende Grafik zeigt zum Beispiel ein paar Dinge sehr schön:

  1. In den tiefen Lagen Österreichs sind weiße Weihnachten (weiße Balken) deutlich seltener als grüne Weihnachten (grüne Balken).
  2. Außerdem sind in den letzten Jahrzehnten in fast allen Höhenlagen weiße Weihnachten seltener geworden. Für die letzten 30 Jahre gilt grob: Statistisch gesehen gibt es in Wien, Eisenstadt, St. Pölten und Linz nur jedes fünfte Jahr am 24. Dezember eine geschlossene Schneedecke. Bregenz, Salzburg, Graz und Klagenfurt sind durchschnittlich jedes dritte Jahr weiß. Am besten stehen die Chancen in Innsbruck, hier liegt statistisch gesehen jedes zweite Jahr am 24. Dezember Schnee.
  3. In 2000er-Jahren gibt es die längste Serie an Weihnachten ohne Schnee am 24. Dezember. Zum Beispiel erlebt St. Pölten seit 2008 nur noch grüne Weihnachten, also seit elf Jahren.
Weiße und grüne Weihnachten seit 1951. Die Orte sind nach Seehöhe geordnet. Credit: wetterzeit.at

Weihnachten: weiß, heiß, frostig

Und zum Schluss noch ein paar Schmankerl, wie extrem das Wetter zu Weihnachten sein kann:

Mal schauen, in welche Richtung sich das Weihnachtswetter heuer entwickelt. Vielleicht zeichnet sich in den nächsten ein, zwei Wochen schon erster, zarter Trend ab…

Vielen Dank für Deine Zeit mit der Wetterzeit. Ich wünsche ein schönes erstes Adventwochenende und einen guten Start in die neue Woche!